Hier seht ihr den Anfang von "Bitterroot", einem Modell von Romy Hill, gestrickt aus handgesponnener, superflauschiger Wolle vom Eisbärbaby.
Wenn ich erzähle, dass ich Hundewolle verspinne, dann rümpfen viele Leute angewidert die Nase. "Wie ekelhaft!", denken die — und manche sagen das auch so. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das bei vielen eine reine Kopfsache ist. Würde ich sagen, ich verspinne die Wolle eines Edel-Pelztieres, z. B. eines Nerzes, dann würden die gleichen Leute das bestimmt überhaupt nicht ekelig finden. Die wissen sicher auch nicht, dass Mohair-Wolle von einer Ziege stammt, und dass Schafe und Alpakas auch nicht immer nach Veilchen duften. "Hundewolle", das klingt ja auch schon irgendwie stinkig.
Allerdings habe ich auch schon festgestellt, dass Nasen unterschiedlich geruchsempfindlich sind. Ich habe nämlich inzwischen so einige Strickläppchen mehrerer Hunderassen als Duftproben gesammelt und lasse gerne mal daran schnuppern. Und ja, es stimmt auch, dass Hundewolle unterschiedlich stark duftet — es kommt auf den Hund drauf an, die einen riechen mehr, die anderen weniger (bei Menschen ist das ja auch so . . .)
Ich habe neulich mit dem Betreiber der Spinnstube im
Museum für Landtechnik und Landarbeit in Börry darüber gesprochen — der findet es übrigens auch sehr ekelhaft, Hundewolle zu verspinnen, lagert aber säckeweise Schafswolle in seinem Haus — und der meinte dann, ich solle doch einfach sagen, das sei die Wolle eines Eisbärbaby's. Dann wären die Leute sicher alle ganz entzückt.
Hier seht ihr die
Samojeden Eisbärbabies aus
Sabine's Samojedenzucht Nordicspirit Polarlights, die mir übrigens netterweise die Wolle ihrer Eisbären geschenkt hat.
Übrigens musste ich eben, bevor ich das Strickstück fotografieren konnte, erstmal den Nachbar-Kater Bobby da runter schubsen. Der hätte doch bestimmt nicht sein Nickerchen auf meinem Kuschelgestrick gemacht, wenn das nach Hund riechen würde . . .