Letzte Woche hatte ich euch hier gezeigt, wie der erste Arbeitsschritt meiner Illustrationen aussieht.
Außer ein paar wenigen, nach Meinung des Auftraggebers etwas zu derb formulierten Textstellen, hat sich am Inhalt bisher nichts geändert. Die ersten Scribbles wurden ohne Beanstandungen freigegeben, und ich musste sie auf einigen Seiten nur ganz minimal, wegen des gekürzten Textes, verschieben.
So geht's dann weiter: Die groben Kritzelskizzen, die ich mit dem Grafik-Tablett am Computer gemacht und zusammen mit den Texten auf den Seiten angeordnet hatte, drucke ich mir nach der ersten Freigabe vergrößert aus, meist mit einem Faktor von 1,3. So passen später die nebeneinander liegenden Doppelseiten noch gut auf das Format des Aquarellblockes (32 cm x 24 cm).
Dann klebe ich die Ausdrucke auf die Rückseiten des Zeichenkartons, lege sie auf den Leuchttisch und zeichne alles mit einem relativ harten Bleistift (4H), so wie die Konturen der Bilder dann später auch aussehen sollen. Die Textblöcke und die Seitenzahlen deute ich nur schwach an, damit ich später bei den Reinzeichnungen weiß, dass ich an diesen Stellen des Bildes nichts Wichtiges oder Dunkles hinmalen darf.
Anschließend werden alle Bleistift-Vorzeichnungen eingescannt, in das Dokument mit den Texten eingefügt und ein zweites Mal zum Auftraggeber geschickt. Wenn ich Glück habe, ändert sich am Text nichts mehr, und auch die Bilder werden ohne irgendwelche Änderungswünsche freigeben. Leider ist das aber nicht immer der Fall . . .
Die Bleistift-Vorzeichnungen sehen so aus:
Erkennt ihr die beiden Doppelseiten, von denen ich euch neulich die ersten Kritzelskizzen gezeigt habe? Die Bleistift-Konturen sind in Wirklichkeit nicht so kräftig, die wurden beim Scannen dunkler gemacht, damit man sie besser erkennen kann. In Echt sind sie nur ganz hell auf dem Zeichenkarton und werden später auch wieder wegradiert.
Ich glaube, diese Doppelseite mit den tobenden Kindern und den Pinguinen auf dem Eisberg wird mein Lieblingsbild im nächsten Poppi-Buch:
Seit gestern Mittag sind nun alle Vorzeichnungen beim Kunden, und ich warte auf die Freigabe, damit ich an den Bildern weiterarbeiten kann.