Donnerstag, 16. Mai 2013

Ich war entsetzt!


. . . als ich neulich bei Roswitha im Blog las, dass sie ihren Löwenzahnhonig selber kocht — und ihre Leserinnen, die bis dahin geglaubt hatten, dass Löwenzahnhonig von Bienen gemacht wird, auch noch in die Irre geführt hat. Aus dem Kommentar von Joona: "Ohje ... und weißt Du was ich immer dachte? Dass Löwenzahnhonig Honig von Bienen ist, die mit ihren Bienenhäusern auf solchen Wiesen leben. Da habe ich mich ja ganz schön blamiert."

Nein Joona, hast du nicht! :-) Du lagst völlig richtig! Da bemühen sich die Imker wie verrückt darum, die Leute aufzuklären und sie von den unübertroffenen Eigenschaften Echten Deutschen Honigs zu überzeugen, und Roswitha zeigt in ihrem Beitrag, wie sie ihren "Honig" selber macht . . . das gibt's doch gar nicht!

Zum Glück hat Roswitha mich neulich, unter meinem Beitrag mit dem Quasimodo-Auge, gefragt: "Gehen Bienen auch auf Löwenzahn sammeln? Ich erinnere mich gerade nicht, ob ich dort welche gesehen habe, im Moment jedenfalls nicht. Hier sehe ich sie recht selten zur Zeit. Nur ein paar wenige im Apfelbaum. Es ging darum, dass Löwenzahnhonig nicht von Honigbienen "gemacht" wird. Reinen Löwenzahn-Bienenhonig gibt es ja nicht. Geht der in die Sommertracht ein?"

Und weil ich ja noch ein Imkerinnen-Frischling bin, und das alles gerade erst gelernt habe, kann ich natürlich jetzt auch so richtig gut klugscheißen. Also, hier nochmal für euch alle, und ganz besonders für Joona: "Richtigen, echten Honig können nur Bienen machen. Den kann man nicht nachmachen, weil die Bienen da bestimmte Enzyme mit einfügen. Das, was du da gekocht hast, ist "Löwenzahn-Gelee". Und ja: Bienen gehen sogar gerne auf Löwenzahn. Ein Sortenhonig (also in diesem Fall "Löwenzahn") muss einen überwiegenden Anteil vom Nektar dieser Pflanze enthalten, um als solcher bezeichnet werden zu dürfen. Ich habe mal Löwenzahnhonig (von Bienen!) probiert. Mein Fall ist das nicht, der ist mir zu herb. Aber das ist Geschmackssache."

Eben hat mir der Postbote ein Überraschungs-Päckchen mit einer Kostprobe von Roswitha's Löwenzahn-"Honig" gebracht. Und was soll euch euch sagen — der schmeckt total lecker! Von der Konsistenz her überhaupt nicht wie Gelee, sondern tatsächlich wie Honig!


Wenn meine Mädels also keine Lust mehr haben sollten, oder in diesem Jahr nicht so viel schaffen, dann helfe ich ihnen ein bisschen und koche mir meinen "Honig" in Zukunft einfach selber. :-) Hier geht's zu Roswitha's Honig-Rezept.

Liebe Roswitha, ganz herzlichen Dank für deinen "Honig". Ich bin wirklich überrascht, dass er aussieht und sich anfühlt wie richtiger Honig. Lecker!

Und bei der Gelegenheit möchte ich mich auch nochmal ganz herzlich bei Elke bedanken, die mir vor einigen Tagen ihre niedliche Häkel-Biene geschenkt hat.

Danke schön, ihr beiden! Ich habe mich sehr gefreut!

Kommentare:

Astrid Laventure hat gesagt…

Hallo Raphaela,
ich kenne den unechten Honig unter der Bezeichnung Löwenzahnsirup und esse ihn auch total gern. Gesünder ist meiner Meinung nach aber der echte Honig. Was ich allerdings einfach super finde, ist Deine Offenheit und Toleranz auch das "Schockprodukt" loben zu können! Bleib so!
Knuddels Astrid

Raphaela hat gesagt…

@Astrid: Danke dir für dein Kompliment. :-) Und ganz vielen Dank auch für den richtigeren Begriff "Sirup". Du hast Recht: "Gelee" war der falsche Name. Sirup trifft es viel besser, das ist nämlich nicht geleeartig, sondern ein zähflüssiger Sirup.
Viele Grüße,
Raphaela

Joona Bäcker hat gesagt…

Liebe Raphaela,
DANKE für die Aufklärung und Richtigstellung. Ich finde es toll, wie Du das Thema angefasst hast und jedem Beteiligten damit gerecht wirst.
Ich hatte vor langer Zeit einmal für eine Honigliebhaberin bei einem Imker ein Honigsortiment erstanden, darunter auch besagter mit Löwenzahn. Von daher hatte mich Roswithas Variante irritiert. Jetzt im Nachhinein ist völlig klar, dass sie Sirup hergestellt hat und ich bin davon überzeugt, dass er sehr lecker ist.
Schön, dass Du das Thema noch mal aufgegriffen hast, welch eine Bereicherung.
Summende Grüße in den Tag
von Joona

Sabrina hat gesagt…

Dann geh ich jetzt mal das Rezept für den Löwenzahnsirup abschreiben, davon gibte es hier nämlich jede Menge :-)

Vielleicht müsste man den Sirup einspeicheln und ausspucken damit man ihn Honig nennen kann. höhöhö

LG Sabrina
ach so, ein Witz zum gestreiften kenne ich übrigens nicht, du?

hexhex-design hat gesagt…

Danke für die Infos, das wußte ich auch nicht. Danke auch für den Link. LG Lesley

ComputerElke. hat gesagt…

Löwenzahnhonig kenne ich, habe ihn aber nie selbst gemacht.Vielleicht sollte ich ihn auch mal versuchen...
Ich hoffe die kleine Biene bringt Deinen Mädels Glück ;-))
Liebe Grüße Elke

Svanvithe hat gesagt…

Liebe Raphaela,

ich hätte die von Roswitha hergestellte Variante auch eher als Sirup als Gelee bezeichnet. Aber wie ich lese, wurde das ja schon "aufgenommen".

Übrigens wenn man einen Vergleich zur Verwendung von Holunderblüten zieht, liegen Ähnlichkeiten auf der Hand. Und das ist ja dann auch Sirup und nicht Honig.

Bei der Fülle an Butterblumen, die uns derzeit mit ihrem süßen Duft verzaubern, lohnt sich sicher die Herstellung des Sirups.

Fröhliche Grüße

Anke

Roswitha hat gesagt…

Liebe Raphaela,
einen schönen Post hast du verfasst und nun ist ja doch alles klar mit dem Namen;-)
Die süße Häkelbiene ist ja allerliebst.
Ich habe eben auf dein Blumenbunt-Blütenmeer geklickt. Was für eine tolle Idee und was da für Arbeit drin steckt! Meine Tochter fand es auch sehr schön.
Danke auch für deinen Kommentar zu deinem Blognamen bei mir.
Liebe Grüße, Roswitha